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Geschichte
Geschichte

Die Gründung der Grossauer Feuerwehr

    Als die Großauer Feuerwehr 1904 beinahe aufgelöst worden wäre
    Millionen für die Großauer Feuerwehr
    Die Stunde Null
    Ein schwieriger Neubeginn
    Die russische Besatzungsmacht beansprucht das Aggregat
    Der Feuerwehralltag beginnt
    Zum ersten Mal in der neuen Uniform
    Endlich motorisiert
    Der erste Rechenschaftsbericht
    Ein großer Tag für die FF Großau
    Erste Florianifeier der FF Großau

In den Jahren zwischen 1860 und 1890 wurden die meisten Feuerwehren in der k.u.k. Monarchie gegründet. In den Städten gab es bereits Wehren, aber in den kleinen Orten stand man Brandkatastrophen meist hilflos gegenüber, denn die von den Dorfbewohnern gebildete Menschenkette, die Wasser aus den Brunnen in Eimern weiterreichte, das dann in die Flammen geschüttet wurde, konnte man kaum als effektive Brandbekämpfung bezeichnen.
Früher gab es immer wieder Brände, die grossen Schaden anrichteten. Man nahm sie als gotgewollt hin, so z. B. als 1812 die kleine Ortstotte Haidlhof abbrannte.
Die Großauer, der Ort hatte damals 32 Häuser und 165 Einwohner, konnten da nicht helfen. 1862 äscherte eine Feuersbrunst in Großau einige Häuser ein, man war wieder machtlos. Niemand dachte allerdings an die Gründung einer Feuerwehr.

Erst als die Hofkanzlei ein Gesetz erliess, dass alle Orte mit mehr als 50 Häusern verpflichtete, eine Feuerwehr zu gründen, änderte sich das. Großau hatte damals 53 Häuser und über 300 Einwohner. Zahllose Freiwillige Feuerwehren entstanden. Zwar war Wien, die Residenzstadt, weit weg und man musste sich also gar nicht so beeilen, die Anweisungen zu befolgen, doch da war etwas, was die Gemeindeväter bewog, rasch zu handeln.

Orte, in denen keine Freiwillige Feuerwehr gegründet werden konnte, weil niemand bereit war, beizutreten, waren verpflichtet, eine Berufsfeuerwehr aufzustellen, sonst gab es saftige Geldstrafen. Das hätten sich die meisten kleinen Gemeinden nicht leisten können, daher wurde das Gesetz befolgt und eine Freiwillige Feuerwehr gegründet. Liest man die in Chroniken festgeschriebenen Aufzeichnungen aufmerksam durch, dann muss man mit einiger Verwunderung feststellen, dass die Gründer und ersten Mitglieder dieser Feuerwehren durchwegs ältere Herren waren und die Jungen erst später dazukamen.

Die Erklärung ist einfach: um der Gemeinde die hohen, für die meisten kleinen Orte unerschwinglichen Ausgaben für eine Berufsfeuerwehr zu ersparen, traten oft die Bürgermeister und einige Gemeinderäte selbst der gegründeten Feuerwehr bei. Dem Gesetz war Genüge getan, man hatte ja eine Freiwillige Feuerwehr. Man kann sich vorstellen, dass Ausrüstung oder gar fachgerechte Schulung und Übungen einen geringen Stellenwert besassen.

Wie weit dies auf Großau zutrifft, lässt sich heute kaum mehr genau feststellen. Tatsache aber ist, dass die Großauer angesichts einer furchtbaren Brandkatastrophe und verunsichert durch das völlige Chaos beim Versuch, der Flammen Herr zu werden, davon überzeugt waren, dass eine Feuerwehr gegründet werden müsse und dies rasch zu geschehen habe.
Am 18. August 1889, es war kurz vor acht Uhr, brach im Haus des Caspar Karner, Großau Nr. 2, ein Brand aus. Der Karner hatte ausgesteckt, 80 oder sogar noch mehr Leute plauderten und waren guter Laune. Einer der Gäste, so nahm man später an, warf einen noch glimmenden Zigarrenrest achtlos weg. Wahrscheinlich gloste das Feuer längere Zeit unbemerkt dahin, bis es – vielleicht durch einen Luftzug plötzlich entfacht, hell aufloderte. Es gab keine Löschgeräte, es gab vor allem niemanden, der die Brandbekämpfung organisiert hätte. Bevor die Feuerwehren aus Gainfarn und Vöslau eintrafen, hatte sich das Feuer schon ausgebreitet. Eingeäschert wurden die Häuser: Nr. 2 (Caspar Karner), Nr. 1 (Johann Krenn), Nr. 3 (Leopold Fürlinger), Nr. 4 (Leopold Herzog) und die Stallungen und Scheunen der Häuser Nr. 5 (Herzog) und Nr. 6 (Martin Haruk).

Angesichts dieses entsetzlichen Ereignisses waren sich die Großauer einig: Wir brauchen eine Feuerwehr! Bereits einige Tage nach dem Brand wurde die Gründung der Freiwilligen Feuerwehr Großau beschlossen und am 1. September 1889 auch der Bau eines „Feuerspritzenhauses“. Herrschaftsbesitzer Baron v. Brenner-Felsach schenkte am 21. Februar 1890 der Gemeinde eine Bauparzelle zur Errichtung des „Feuerspritzenhauses“.
Man begann sofort mit der Arbeit, die am 15. April 1890 beendet war. Großau hatte eine FF und ein Feuerspritzenhaus. Für die „Abbrändler“ gab es einige Sammlungen. Im Kursalon Baden war Baronin Maja von Brenner-Felsach Schutzherrin eines Wohltätigkeitskonzertes, das 825,- Gulden einbrachte. Bei einer Spendensammlung gaben Ritter v. Mayer 2 Gulden, Reichsratsabgeordneter Nikolaus Dumba 100,-, die Gemeinde Gainfarn 250,15, Pottenstein 103,-, Völsau 166,50, St. Veit 207,53 und Berndorf 121,60 Gulden. Eine Sammlung an der Brandstätte erbrachte insgesamt 212,18 Gulden.

Einige Namen der Männer, die seinerzeit die FF Großau gegründet haben, sind überliefert worden:
Franz Husar (Haus Nr. 62), Peter Mayer (63), Anton Grabner (64), Josef Herzog (45), Josef Mayer (48).
Anfangs war die Wehr nur mit einer Handspritze ausgerüstet, aber im Laufe der Jahre wurden bessere Geräte angeschafft. Ein Problem war allerdings. Dass die Wünsche der Florianijünger mit den Möglichkeiten der Gemeinde meist nicht vereinbar waren. Die Feuerwehr wollte neue Geräte, die natürlich viel Geld kosteten, die Gemeinde hatte zu geringe Einnahmen, um sie tatsächlich anschaffen zu können. Die Einkünfte Großaus, einer Gemeinde ohne Industrie und starkem Fremdenverkehr, waren tatsächlich sehr bescheiden.

Als die Großauer Feuerwehr 1904 beinahe aufgelöst worden wäre

Anscheinend hatten die Großauer die Brandkatastrophe von 1889 vergessen. Es war ja auch schon 15 Jahre her. Jedenfalls waren die Feuerwehrleute bitter enttäuscht von den Gemeindevätern. Trotz wiederholter Vorsprachen interessierten sie sich nicht für ihre Feuerwehr.
Weder bei der Hauptversammlung und Rechnungslegung, ja nicht einmal bei den Schlussübungen waren Vertreter der Gemeinde anwesend. Über finanzielle Zuschüsse brauchte man gar nicht zu reden, es gab keine. Schliesslich platzte den Wehrmännern, wie man so schön sagt, der Kragen, sie drohten unverhohlen mit der Auflösung der FF Großau. Es kam in letzter Minute zu einer Einigung, die Gemeindeväter versprachen Besserung, man werde sich in Zukunft mehr um die Wehr kümmern.
Sie schien gewirkt zu haben, die angekündigte Auflösung, denn kaum zwei Jahre später, 1906, erhielt die FF Großau um einen Betrag von 2100 Kronen einen neuen Spritzenwagen.
1919, am 17. September, wurde Großau von einer Brandkatastrophe heimgesucht. Um vier Uhr nachmittags brach ein Feuer aus, breitete sich in Windeseile aus und vernichtete die Häuser Nr. 12, 13, 14, 15, 19 und 20 in der Haltergasse (heutige Anton Krenn-Strasse).
Der Feuerwehr gelang es schliesslich, ein weiteres Übergreifen der Flammen auf andere Gebäude zu verhindern.

Millionen für die Großauer Feuerwehr

In den Jahren nach dem Ersten Weltkrieg hatten die meisten Feuerwehren das gleiche Problem: man brauchte, nachdem jahrelang nichts angeschafft werden konnte, Geräte, Uniformen, Ausrüstung und Material, die Kasse war aber leer. Bei der FF Großau war es nicht anders. Also beschlossen die Männer der Wehr 1925, eine Tombola zu veranstalten. Ein Spielleiter und ein Ausschuss wurden gewählt, Ehrendamen zum Losverkauf um Mitwirkung gebeten und die übrigen Feuerwehrleute zum Ordnerdienst eingeteilt.
Wichtig waren natürlich die Preise, die nicht in Bargeld abgelöst werden durften. Die drei Hauptgewinne waren:

    1. Preis: Ein Pferd samt Wagen
    2. Preis: Eine Nähmaschine
    3. Preis: Eine Pendeluhr

Begünstigt vom schönen Wetter war die Tombola am 28. Juni 1925 ein voller Erfolg. In der ersten Sitzung nach der Veranstaltung am 4. Juli 1925 konnte der Kassier, Franz Herzog, berichten, dass der Reingewinn der Tombola insgesamt 24.488.300 Kronen betrug. Die FF Großau besass Millionen!
Die Männer der Großauer Wehr waren allerdings Realisten. Sie rechneten die Kronen in die neue österreichische Währung, die gerade eingeführt wurde, um und kannten nun das tatsächliche Ergebnis der Tombola: 2.448 Schilling und 83 Groschen. Sie waren damit sehr zufrieden, denn das war damals viel Geld (10.000 Papierkronen = 1 Schilling).
Das Geld blieb nicht lange in der Kassa. Immerhin konnten 30 Uniformen und zwei Signalhörner angeschafft werden. Die alten Uniformhosen wurden um 200.000 Kronen an eine andere Feuerwehr verkauft. Durch weitere Veranstaltungen versuchte man, den Kassastand wieder aufzustocken.
Kränzchen, Bälle, Weinlese- und Waldfeste wurden abgehalten. Wie schwierig das damals war, zeigt eine Eintragung im Protokoll. Als man 1926 wieder ein Tombola durchführen wollte, beriet der Vorstand darüber und kam zum Schluss: „Besprechung über Tombola: Die schwere wirtschaftliche Lage wurde in Betracht gezogen und von einer Abhaltung Abstand genommen“. Ein Ausschussmitglied stellte den Antrag: „Wenn sich die wirtschaftliche Lage bessert, soll ein Waldfest abgehalten werden“, und ein anderes Ausschussmitglied schlug vor, eine Haussammlung durchzuführen. Im ganzen Ort wurde von Haus zu Haus gesammelt, Ergebnis: 243 S und 50 g.
Weitere Anschaffungen waren unbedingt notwendig. Man brauchte zum Beispiel Feuerwehrmäntel. Das Landesfeuerwehrkomando bot den NÖ-Wehren Mäntel zum Preis von 28,- pro Mntel an. Um diese und andere Materialien ankaufen zu können, wurden weitere Veranstaltungen durchgeführt. Ein Feuerwehrkränzchen, verbunden mit einem Blumentag (Eintritt 80 g, ein Blumensträusschen 10 g) brachte einen Reingewinn von 159 S 55 g.
1927 gab es bei einem Feuerwehrball sogar einen Reingewin von 285 S 34g, was die Generalversammlung, bei der darüber berichtet wurde, mit grossem Beifall aufnahm. Über all diese finanziellen Probleme vergass die FF Großau ihre eigentlichen Aufgaben nicht: für den Ernstfall – den Einsatz – gerüstet zu sein. Übungen wurden regelmässig abgehalten, die Sanitätskurse wurden beschickt und bei den Schlussübungen zeigten die Wehrmänner vor zahlreichen Zuschauern ihr Können.
Die FF Großau nahm auch an Gruppenübungen anderer Wehren teil. Bezeichnend für die schwierige Lage in den Jahren der Ersten Republik ist der 1929 geplante Ankauf einer tragbaren Motorspritze.
Das Gerät kostete 5.500,- S. Ein Betrag, den die FF Großau natürlich nicht besass. 1.100,- S mussten Anzahlung geleistet werden, das übernahm die Gemeinde, der restliche Betrag wurde bei einer Vorschusskasse aufgenommen. Bürge war wohl die Gemeinde, die Feuerwehr musste die Beträge jedoch zurückzahlen. Bei einem durchschnittlichen Kassastand zwischen 130 (!!!) und 900 Schilling keine leichte Aufgabe. Jedenfalls erhielt so die FF Großau im 40. Jahr ihres Bestehens die erste tragbare Motorspritze.
Im Laufe der Jahre zeigte sich, dass die Großauer Feuerwehr vor allem auf die Einnahme aus dem Waldfest stützen konnte. Wohl gewährte die Gemeinde seit 1930 eine jährliche Subvention von S 400,-, aber das Fest in der prächtigen Kulisse des Großauer Waldes wurde immer beliebterund brachte einen schönen Reingewinn, in manchen Jahren weit über 1.000 Schilling.

1931 bekam die FF Großau den ersten pferdebespannten Rüstwagen.

Eigenartig mutet heute ein Beschluss des Ausschusses im Jahre 1932 an. Anna Krenn wurde ausnahmsweise als beitragendes (unterstützendes) Mitglied aufgenommen – sie war ja eine Frau – aber es gab eine Bedingung: bei ihrem Begräbnis rückt so wie bei den Männern die FF aus, nur ohne Musik.

Zu den in St. Veit und Vöslau abgehaltenen Erste Hilfe-Kursen hat die Großauer Feuerwehr immer Wehrmänner entsandt, die sich freiwillig gemeldet haben.
Da der Ort keinenb eigenen Arzt hatte, war der Gemeindearzt von Gainfarn für die Großauer zuständig. Der Weg nach Gainfarn war weit, die Verkehrsverbindung schlecht. Der Autobus, der seit 1926 Großau mit Baden bzw. Berndorf verband, verkehrte nur zweimal am Tag. Was lag also näher, als bei Verletzungen, wie sie im täglichen Leben, besonders in der Landwirtschaft, ja häufig vorkommen, den ausgebildeten Feuerwehrsanitäter zu rufen.
Und tatsächlich, in den alten Aufzeichnungen scheinen, nachdem 1928 Sanitätsmaterial angekauft und 1929 in der Generalversammlung ein Bericht über das Feuerwehr-Sanitätswesen erstattet worden war, jedes Jahr Eintragungen auf, wie viele Notverbände im Laufe des Jahres angelegt wurden: 1929 – 26 Notverbände, 1930 – 38 Notverbände, 1931 – 52 Notverbände.
Mir Beginn des Krieges 1939 enden die Eintragungen. In den Dreißigerjahren kämpfte die Großauer Feurerwehr sozusagen an zwei Fronten. Einerseits wirkte sich die Weltwirtschaftskrise, von der wirklich die ganze Welt erfasst worden war, natürlich auch auf die Feuerwehren aus, andererseits machten sich die unsicheren, politischen Verhältnisse, die Sorge vor der Zukunft bemerkbar. Immer wieder beschworen die Kommandanten der FF Großau ihre Wehrmänner, pünktlich und verlässlich zu den Übungen zu kommen und auf die Disziplin zu achten. Bezeichnend für diese zeit und ihre Probleme ist die Auszahlung der jährlichen Subvention der Gemeinde an die FF Großau in der Höhe von S 400,-, die 1930 zugesagt wurde. Bereits ab 1933 wurde der Betrag, der wohl immer im Voranschlag ausgewiesen wurde, wie der Rechnungsabschluss zeigt, aber nicht mehr ausbezahlt. Es war kein Geld da.
Begonnen hat es 1937. Die grauen Blusen der Feuerwehr wurden verboten. Es mussten neue Blusen angeschafft werden. Die Hälfte des Betrages musste die Feuerwehr selbst bezahlen, die andere beglich die Gemeinde, die der Feuerwehr ausserdem, nachdem es jahrelang keine Subvention gegeben hatte, S 475,- überwies. 1938 waren es allerdings nur mehr S 100,-. Jahrelang hatte der Ausschuss der FF Großau bei Anschaffungen rigoros sparen müssen. Um die Frage, was sollte man zuerst bestellen (Schwämme für die Steiger, zwei Signalhörner, fünf Drillichhosen oder verschiedenes anderes Kleingerät) wurde lange und leidenschaftlich diskutiert. Und nun auf einmal diese Finanzspritze.
Wer den Antrag gestellt hat, weiss man nicht mehr, aber nach einer ausführlichen Debatte wurde er einstimmig angenommen: die Freiwillige Feuerwehr Großau braucht ein Auto, einen Feuerwehr-Mannschaftswagen!
Begründet wurde der Antrag mit der Feststellung, dass nur mehr zwei Fuhrwerker Pferde hätten, diese jedoch tagsüber unterwegs und daher nicht zum Einsatz bereit wären; ausserdem könnte man weiter entfernt liegende Einsatzorte wesentlich schneller erreichen. Bei der Bekämpfung von Bränden ist das oft von entscheidender Bedeutung.
Die Reaktion auf dieses Ansinnen der Feuerwehr, einen Mannschaftswagen anzukaufen, war bemerkenswert, aus heutiger Sicht vielleicht befremdlich, für damals aber nicht ganz unverständlich. Hatte man doch erst 1923 Verkehrstafeln in Großau aufgestellt, dass Automobile nicht schneller als 12 km/h fahren dürfen.
In der Gemeinde un bei einem sehr konservativ denkenden kleinen Teil der Bevölkerung gab es „Äusserungen“ und „Gerüchte“ über den Autokauf: „De brauch´n des Auto nur, damit´s am Sunntag spazier´n fahr´n kennan!“ lautete das wichtigste Gegenargument.
Die Feuerwehrmänner waren, je nach Temperament, wütend bis enttäuscht, denn das Auto hätte der Gemeinde nichts gekostet. Die Anzahlung war vorhanden, der Rest wäre mit einem Darlehen gedeckt worden, für das einige Ausschussmitglieder mit ihrem Besitz gehaftet hätten. Da der „Autokauf“ zu heftigen persönlichen Streitereien geführt hatte, wurde einstimmig beschlossen, keinen Mannschaftswagen anzukaufen. 30 Helme wurden bestellt, „damit die Wehr wenigstens vorschriftsmässig adjustiert wäre.“
Damit war die Angelegenheit scheinbar erledigt. Die nächste Generalversammlung im Jänner 1938 verlief reibungslos. Kein Wort mehr über den missglückten Autokauf. Hauptmann, Schriftführer und Kassier erstatteten Bericht, der Sanitätsführer berichtete, dass man 38 Notverbände angelegt hätte, man kam zum Punkt Eventuelles. Der Hauptmann dankte allen für die Zusammenarbeit und trat wegen Krankheit als Kommandant zurück. Der Stellvertreter folgte seinem Beispiel, der Kassier ebenfalls und mit ihnen nach und nach der gesamte Ausschuss. Alle traten zur Schutzmannschaft über, die Freiwillige Feuerwehr hatte keine Führung mehr.

Dem Bürgermeister, der den Vorsitz übernahm, gelang es, aus der restlichen Mannschaft einen vollständigen Ausschuss wählen zu lassen. Alle Wehrmänner nahmen ihre Funktion an.
Der neue Hauptmann, Johann Husar, dankte dem scheidenden Ausschuss und versicherte, das Programm mit Nachdruck fortsetzen zu wollen. Er ersuchte die Gemeindevertretung „...einer Institution wie der Feuerwehr, die zum Wohle für die gesamte Bevölkerung mit fortschrittlichen Ideen arbeitet, nicht hindernd im Wege zu stehen. Er betont nochmals, dass er nur dann für tatkräftige Arbeit der Wehr garantieren kann, wenn er die Hilfe der Gemeinde, zumindest aber ihre Zustimmung erreichen kann. Wir wollen nicht die letzte und einzige Feuerwehr im Bezirk ohne Kraftfahrzeug sein.“
Nach diesen sehr deutlichen Worten ging die Arbeit der Freiwilligen Feuerwehr Großau in gewohnter Form weiter.
Ein Maskenball und das Waldfest wurden abgehalten, Sitzungen zur Vorbereitung und Abrechnung der Veranstaltungen wie bisher. Nach alten Aufzeichnungen wurde aber nun, schliesslich wurde im März 1938 aus Österreich die „Ostmark“, nicht mehr mit „Gut Heil“, sondern mit „Heil Hitler“ unterzeichnet. Nachdem, wie man nachlesen kann, „einige innere Angelegenheiten der Wehr“ geregelt waren, zeichnete sich die neue Situation immer deutlicher ab.
Dass bereits im Juni 1938 das Schulgebet vom neuen Bezirkskommando verboten wurde, berührte die Feuerwehr eigentlich wenig, mehr schon, dass gleichzeitig „Ausrückung in Uniform bei der Fronleichnamsprozession nicht mehr statthaft war“. Noch 1938 wurde ein Flaggenmast mit Drahtseil und „neuer Fahne“ angekauft und die Anmeldung beim Deutschen Roten Kreuz vollzogen.
Bei der Hauptversammlung im Jänner 1939, die Neuwahl sollte planmässig erst 1940 stattfinden, erstatteten Hauptmann, Kassier, Schriftführer und Sanitätsführer wie immer ihre Berichte. Dann allerdings kamen weitere Mitteilungen: das Feuerwehrwesen wurde grundlegend geändert. Bis zur endgültigen Angliederung bleiben die bisherigen Kommandos aufrecht. An die Stelle des Wahlrechtes der Feuerwehrmänner tritt jedoch das Führerprinzip. Der Führer der Feuerwehr, nun Feuer-Schutzpolizei-Truppe, wurde von der Gemeinde eingesetzt.
Er ernannte alle Unterkommanden. Der Bürgermeister, der nun weiter berichtete, kritisierte den niederen Mannschaftsstand. Aufgrund der ihm erteilten Befehle musste er, wenn der bereits erfolgte Aufruf zum freiwilligen Beitritt zur Wehr weiterhin so wenig Anklang findet, seine Amtsbefugnisse voll einsetzen. Der Ausfall an Wehrmännern, die zur Wehrmacht einrücken mussten, ist auszugleichen. Geschieht dies nicht freiwillig, ist er aufgrund Feuer-Schutzpolizei-Gesetzes verpflichtet, die Mannschaft zu nominieren und zum Dienst in der Feuer-Schutzpolizei-Truppe anzuhalten. Bei Nichtbefolgung der Rekrutierung sind beim ersten Mal 5 Reichsmark, zweiten mal 20 Reichsmark und beim dritten Mal Arreststrafe festgesetzt.
Diese Versammlung am 29. Jänner 1939 war die letzte. Bis 1946 gab es keine mehr. Während der Zeit der Hitlerherrschaft in der Ostmark galt das Führerprinzip, da hatten die Wehrmänner lediglich Befehle auszuführen, und im ersten Jahr nach dem Ende des Zweiten Weltkrieges hatten die Menschen in Großau andere Soregen als Versammlungen.

Die Stunde Null

Trostlos war die Lage der FF Großau 1945 am Ende des Zweiten Weltkrieges. Die Ausrüstung der Wehr war verschwunden. Nicht nur der Mannschaftswagen samt Aggregat war weg, auch 400 Meter neuwertiges Schlauchmaterial, Arbeitsmonturen, Extrauniformen, und die neuen Helme für 25 bis 30 Feuerwehrleute fehlten ebenso wie zwei Petrolvergaslampen und etliches Kleingerät. Die Handdruckspritze war unbrauchbar, weil die Wagenstange samt kompletter Waage und ein Vorderrad nicht mehr vorhanden waren. Dazu kam noch, dass das Dach des Gerätehauses durch einen Artillerietreffer schwer beschädigt war.

Ein schwieriger Neubeginn

Man war sich zwar bewusst, das Großau eine Feuerwehr braucht, das war aber ein schwieriges Unterfangen. Der erste Versuch, die Freiwillige Feuerwehr Großau wieder auf die Beine zu stellen, fand im Frühjahr 1946 statt. Das Ergebnis war enttäuschend.
Im August desselben Jahres wurde von Bgm. Matthias Herzog gemeinsam mit dem Bezirksfeuerwehrkommandanten Drexler eine Versammlung im Gasthaus Steirer einberufen. Alle männlichen Bewohner des Ortes waren eingeladen. Man wollte nun energisch daran gehen, die Feuerwehr wieder ins Leben zu rufen. Hermann Burger wurde zum vorläufigen Kommandanten bestellt, 11 Mann meldeten sich freiwillig, ein Aggregat wurde von der FF Kottingbrunn um S 2.000,- erworben. Hermann Burger resignierte nach kurzer Zeit und stellte seine Hauptmannstelle zur Verfügung: er fand keine Unterstützung bei seinen Bemühungen. Bei einer Besprechung im Bürgermeisteramt wurden Josef Herzog als provisorischer Kommandant und Josef Husar sen. als sein Stellvertreter damit beauftragt, eine Wehr aufzustellen. Am 9. Dezember 1946 wurde neuerlich eine Versammlung einberufen. Diesmal war das Ergebnis erfreulicher: 21 Großauer erklären sich bereit, der Feuerwehr beizutreten. Die wiedergegründete FF Großau begann mit der Arbeit.
Die Schwierigkeiten bei der Neuaufstellung der FF Großau könnten den Schluss zulassen, dass die Bevölkerung kein Interesse an der Feuerwehr hatte. Dies war keineswegs der Fall. Es gab wohl niemanden, der nicht davon überzeugt war, wie notwendig eine Feuerwehr ist. Doch Großau war in den letzten Kriegstagen Kampfgebiet. Zahlreiche Häuser waren abgebrannt, noch mehr beschädigt, viele Männer in Gefangenschaft oder man wusste nichts über ihr Schicksal. Es gab Übergriffe der russischen Besatzer, Zivilisten wurden ermordet, in den Wäldern fand man verstümmelte Leichen. Es gab Tote und Verletzte, auch Kinder, durch die Explosion von Munition und Minen. Die Menschen waren verzweifelt, viele ohne Mut. In dieser Situation dachte man nicht an die Feuerwehr. Umso höher ist der Idealismus jener einzuschätzen, die damals eine zusätzliche Last auf sich nahmen und sich freiwillig zur Feuerwehr meldeten.

Die russische Besatzungsmacht beansprucht das Aggregat

Bestürzung löste es bei der Großauer Feuerwehr aus, als plötzlich 1947 Vertreter der russischen Besatzungsmacht auftauchten und erklärten, das Aggragat, das sie von der FF Kottingbrunn gekauft hatten, sei eigentlich sowjetisches Eigentum.
Sie verlangten die unverzügliche Rückgabe. Das Landesfeuerwehrkommando und österreichische Behörden intervenierten und erreichten schliesslich, dass die Großauer Feuerwehr das Aggregat behalten durfte, es aber zu bezahlen habe. 4.800 Schilling kostete es. Die S 2.000,-, die schon an die FF Kottingbrunn bezahlt worden waren, wurden von dieser zurückgegeben.

Der Feuerwehralltag beginnt

Voraussetzung für einen erfolgreichen Einsatz einer Feuerwehrmannschaft ist die perfekte Zusammenarbeit aller Wehrmänner. Aus diesem Grund wurde im März 1947 beschlossen, jeden zweiten Sonntag im Monat eine um 6 Uhr früh beginnende Übung abzuhalten. Eine Viertelstunde vor der Übung ertönte die Sirene, deren Funktion damit gleichzeitig überprüft wurde.
Mit der Neugründung der FF Großau 1946 wurde zwar die Grundlage für eine wirkungsvolle Brandbekämpfung und einen Katastropheneinsatz geschaffen, die richtige Arbeit begann damit aber erst: durch Übungen die Schlagkraft der Feuerwehr zu erhalten, womöglich noch zu erhöhen, die notwendigen finanziellen Mittel beschaffen, um die Ausrüstung zu verbessern, alle Massnahmen zur Brandbekämpfung und Unfallverhütung an die Bevölkerung weiterzugeben und schliesslich bei öffentlichen Veranstaltungen mitzuwirken; sei es als Teilnehmer, Ordner, Aufsicht, Absperrmannschaft oder ähnliches. Diese Aufgaben mußten die Männer der FF Großau nach dem Zweiten Weltkrieg noch bewältigen.
Die erste Schlussübung nach dem Krieg wurde am 22. Oktober 1947 durchgeführt. Zahlreiche Großauer konnten sich als Zuschauer davon überzeugen, dass bei der Übung, sie wurde bei den Häusern 3, 4 und 5 abgehalten, alles bestens klappte. Großau besass wieder eine schlagkräftige Feuerwehr.
Durch die regelmässigen Übungen wurde die Schlagkraft der FF Großau rasch erhöht, doch es gab damals, 1947, noch weitere Probleme zu lösen. In den Notzeiten nach dem Krieg oft ein scheinbar aussichtloses Beginnen. Da alle Uniformen verschwunden waren, brauchten die Wehrmänner neue. Mit Hilfe der Vöslauer Kammgarnfabrik, die bereits acht Tage nach dem Einmarsch wieder zu arbeiten begonnen hatte, wurde das Material für 25 Uniformen beschafft, die eine Wiener Firma anfertigte.

Zum ersten Mal in der neuen Uniform

Die Feuerwehr Bad Vöslau lud ihre Großauer Kameraden zum Bezirksfeuerwehrtag im september 1947 nach vöslau ein. Da die Wiener Firma die Uniformen geliefert hatte, konnte man zum ersten Mal in der neuen Montur ausrücken. Ein stolzer Tag für die Männer der Großauer Wehr und ein Zeichen dafür, dass man imstande war, auch in dieser schweren Zeit alle Schwierigkeiten zu überwinden.
Beim Bezirksfeuerwehrtag in Vöslau wurden auch zwei Großauer Feuerwehrmänner geehrt: Franz Krenn für 25- und Leopold Grabner für 40-jährige Mitgliedschaft.
Da die finanzielle Situation der FF Großau nach wie vor äusserst ungünstig war, beschloss man, Veranstaltungen durchzuführen. Die erste war der „Dirndlball“ im Februar 1947 im Gasthaus Steirer, im September folgte ein Weinlesefest.

Endlich motorisiert

1937 fassten die Männer der FF Großau den Beschluss, ein Feuerwehrauto, einen Mannschaftswagen, anzukaufen, damit endlich auch die Großauer motorisiert wären. Es kam nicht dazu. Erst elf Jahre später, am 11. Juli 1948, konnte das Feuerwehrauto im Rahmen eines Festaktes geweiht und in Dienst gestellt werden.
Was hier mit einigen Sätzen so einfach niedergeschrieben ist, war damals, in der chaotischen Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg ein sehr schwieriges Unternehmen.
1946 war es, da erfuhr man in Großau, auf dem Marktgelände in Wiener Neustadt stünden ausgemusterte Armeefahrzeuge aus amerikanischen Beständen. Kurz entschlossen machten sich Josef Herzog, der spätere „Langzeitkommandant“ der Großauer Feuerwehr, und Wehrmann Böck aus Gainfarn auf den Weg und wählten einen „Dodge“ aus, der zwar nicht fahrbereit war, aber robust und gut aussah. Mit dem „neuen Großauer Feuerwehrauto“ im Schlepptau fuhren sie zurück.
Die notwendigen Reparaturen wurden durchgeführt, der Wagen bekam einen neuen Aufbau und Anstrich, und als am 11. Juli 1948 Prälat Stoiber aus Baden die Weihe vornahm und Landesfeuerwehrkommandant Drexler die Festansprache hielt und dabei von einem „modernen Einsatzfahrzeug“ sprach, dass nun der FF Großau zur Verfügung stünde, zweifelte niemand der zahlreichen Festgäste an seinen Worten.
Wieviel Arbeit und Idealismus notwendig war, um die Großauer Feuerwehr nach dem Krieg praktisch aus dem Nichts wieder aufzubauen, zeigt auch ein anderes Beispiel: bei einer Besprechung der FF-Hauptleute in Baden wurde bekanntgegeben, dass aus amerikanischen Überschussgütern Overalls um den Preis von S 104,- pro Stück zu haben wären. Die Männer der FF Großau, alle Uniformen waren in den in den letzten Kriegstagen ja verschwunden, brauchten zwar dringend Arbeitsuniformen, aber die Kasse war leer.
Übereinkommen mit den Kameraden: die Männer der Wehr bezahlen, soweit dies möglich ist, die Overalls selbst. Diese bleiben Eigentum der Feuerwehr, die die Verpflichtung übernimmt, das Geld, sobald es die finanzielle Lage erlaubt, zurückzuzahlen.

Der erste Rechenschaftsbericht

Im Jänner 1948 findet die erste ordentliche Generalversammlung der FF Großau statt. Der provisorisch eingesetzte Hauptmann Josef Herzog konnte nicht nur die Kameraden der Wehr, sondern auch die Gemeinderäte von Großau begrüssen. Sein Bericht zeigte, dass in der kurzen Zeit seit der Neuaufstellung der Großauer Feuerwehr Hervorragendes geleistet wurde: Anschaffung eines Aggregats auf einem Anhänger, eines LKW´s, Beschaffung von 25 neuen Uniformen und Mützen, Durchführung von 2 Festveranstaltungen und einer Haussammlung (Ergebnis: 1.984,- S), 17 Übungen und eine Schlussübung. Die junge Großauer Feuerwehr war in diesem Zeitabschnitt sogar bereits im Ernstfall im Einsatz: dreimal bei Waldbränden und einmal bei einem Hochwasser. Im Zuge dieser Generalversammlung wurde auch das Provisorium beendet. Bei den ordentlichen Neuwahlen wurden Josef Herzog (Hauptmann) und Matthias Riegler zu seinem Stellvertreter gewählt. Dass die Nachwirkungen des Krieges noch lange nicht überwunden waren, zeigte sich, als beschlosssen wurde, gemeinsam mit der Gemeinde das durch einen Artillerietreffer schwer beschädigte Dach des Feuerwehrhauses nun zu reparieren.
Den besten Einblick in die finanziellen Schwierigkeiten damals gab der Kassabericht: im Arbeitsjahr 1947 stehen Einnahmen von S 18.789,- Ausgaben von S 18.015,- gegenüber, so dass die FF Großau damals über einen Barbestand von S 774,49 verfügte.
Mit welchem Idealismus die Wehrmänner in der Nachkriegszeit für ihre Feuerwehr tätig waren, zeigt auch das Beispiel des Zugsführers Raimund Riegler. Ihm stand als Zeugwart, der die gesamte Ausrüstung betreuen musste, eine finanzielle Entschädigung zu. Er verzichtete darauf zugunsten der Feuerwehr.

Ein großer Tag für die FF Großau

Es war eine große Auszeichung für die Großauer Feuerwehr und gleichzeitig eine Anerkennung der von ihren Männern geleisteten Aufbauarbeit, daß der Bezirksfeuerwehrtag 1949 in ihrem Ort abgehalten wurde; gleichzeitig feierten die Großauer das 60. Gründungsfest ihrer Wehr.
43 Feuerwehren mit 850 Mann hatten sich am 4. September im Ort, dessen Häuser geschmückt und beflaggt waren, eingefunden. Feldgottesdienst, Ansprachen Ehrungen, Waldfest – alles war aufgeboten worden. Höhepunkt aber war eine Schauübung der vier Feuerwehren Vöslau, Vöslau-Fabrik, Gainfarn und Großau.

Erste Florianifeier der FF Großau

Die russische Besatzungsmacht war zwar noch im Lande, doch das Leben begann sich zu normalisieren. Das NÖ Landeskommando verfügte, den Florianitag von 1952 an zum „Tag der Feuerwehr“ zu erklären. Überall wurden zu diesem Anlass Veranstaltungen der Feuerwehr durchgeführt.
In Großau wurde in der Früh ein Gottesdienst zum Gedenken an die verstorbenen und gefallenen Feuerwehrkameraden zelebriert, anschliessend hatte die Bevölkerung Gelegenheit, das Feuerwehrhaus und die Geräte zu besichtigen. Mit einer großen Schauübung endete der „Tag der Feuerwehr“.

In den folgenden Jahren waren die Verantwortlichen der Freiwilligen Feuerwehr Großau bemüht:

    Die Wehr personell aufzustocken. Da der Mannschaftsstand stagnierte, zeitweise unbefriedigend war, versuchte man mehr Großauer zum Beitritt zur Feuerwehr zu bewegen. Eine schwierige Aufgabe, waren doch fast alle berufstätig und nutzten ihre Freizeit, um ihre Häuser, Gärten und Wirtschaftsgebäude instand zu setzen, hatte doch der Ort am Kriegsende schwerste Schäden erlitten und war es erst jetzt möglich, das notwendige Material für Reparaturarbeiten zu bekommen.

    Die Schulungen zu intensivieren. Man begann auch Übungen und Instruktionstage für Reserve-Feuerwehrmänner abzuhalten, denn gab es tagsüber Alarm, waren die Berufstätigen zumeist nicht verfügbarund die Reservisten mussten einspringen.

    Die Ausrüstung kontinuierlich zu verbessern. Als man 1946 die FF Großau neu aufzubauen begann, stand man vor dem Nichts. Die gesamte Ausrüstung war entweder verschwunden oder unbrauchbar. Nun wurden nach und nach wieder Feuerwehrgeräte angeboten. Es war schwierig, die richtige Auswahl zu treffen, denn gebraucht hätte man zwar alles, aber man musste mit den vorhandenen Mitteln auskommen.

    Die notwendigen finanziellen Mittel zum Ankauf von Geräten zur Verfügung zu stellen. Dies zählte zu den wichtigsten Anliegen der FF Großau in diesem Abschnitt ihrer Geschichte. Natürlich wandten sich die Großauer Florianijünger an ihre Gemeinde und ersuchten um Unterstützung. Sie wurde auch gewährt, aber die Gemeindeväter hatten es schwer. Im vom Krieg schwer gezeichneten Ort gab es viele vordringliche Arbeiten, die durchgeführt werden mussten. Die Einnahmen der Gemeinde waren gering, es gab ja keine Industrie. Einige Male erhielt die FF Großau vom NÖ Landeskommando Zuschüsse, den grössten Teil der zur Verbesserung der Ausrüstung notwendigen Gelder brachte die Feuerwehr durch Veranstaltungen und Sammlungen aber selbst auf. Sie führte jedoch nicht nur Haussammlungen durch, sie wollte der Bevölkerung auch etwas bieten, darum wurden Weinlesefeste, Faschingskränzchen, Maskenbälle, Tombolas, Silvesterfeiern, Bälle und natürlich die mittlerweile traditionellen Waldfeste durchgeführt.


Damit waren die Männer aber nicht zufrieden. Sie wollten der Bevölkerung auch zeigen, wie das Geld, das bei den Veranstaltungen hereinkam, verwendet wurde. Dazu boten Jahresabschlussübungen, in Großau abgehaltene Bezirksfeuerwehrtage, Fahrzeugweihen, Feuerwehrwettkämpfe usw. Gelegenheit.

 



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